Wir und unsere Weltreise
Asien: bis Thailand
Asien: ab Thailand
Amerika: USA & Kanada
Amerika:Mittel-& Südamerika


(aktuelle Berichte ab 22.08.18 im Teil 2: Mittel- und Südamerika)

Nach einer Reisepause von 6 Monaten geht die Anfang 2017 begonnene Weltreise nun in Amerika weiter.

Ein spezieller Dank gilt der Fa. Schaffer (http://schaffer-mobil.de)  in Dresden und dem Autohaus Büttner Kleinnaundorf (http://ah-buettner.de) , die das teilweise doch erheblich beschädigte Wohnmobil für die Reise nach Amerika wieder voll einsatzbereit gemacht haben.

Die geplante Route ist in Amerika (im Gegensatz zu Asien) nicht an feste Termine gebunden, da in Mittel-und Südamerika keine Visa erforderlich sind. Außerdem sind in keinem der Länder Begleitpersonen (wie in Turkmenistan, China und Myanmar) vorgeschrieben.Leider mussten wir wegen unserer Aufenthalte im Iran und Pakistan für die USA Visa beantragen, was sehr zeitaufwendig und mit einem persönlichen Besuch der US-Botschaft in Berlin für ein "Interview" verbunden war!


Die Route ist einerseits die für uns optimalste bezüglich der Orte, die wir besuchen möchten, aber andererseits kein Dogma. Leider wird es immer wieder Krisengebiete geben, die den Besuch eines Landes unmöglich und eine Routenänderung erforderlich machen. So werden wir aufgrund der aktuellen Situation leider nicht Venezuela u.a. mit dem Orinoco besuchen und wegen der hohen Kriminalität auch El Salvador meiden.


Das Wohnmobil ist in Hamburg mit Unterstützung der Agentur Seabridge (http://www.seabridge-tours.de/html/verschiffung.php)  auf das RoRo-Schiff Atlantic-Star verladen worden und kommt (voraussichtlich) am 08.06.18 in Baltimore an.


Natürlich haben wir den Besuch in Hamburg auch für eine Stadtbesichtigung genutzt, u.a. die neue Elbphilharmonie (15./16.05.18).



Am 01.06.18 sind wir dann ebenfalls in Hamburg an Bord der Queen Mary 2 gegangen und folgen nun unserem mey-hus über den Atlantik (01.06. bis 10.06.18).


In Southampton gehen wir für einige Stunden von Bord und schauen uns die Altstadt an, wo eine urige Kneipe an die Titanic und die zahlreichen Opfer aus dieser Stadt bei deren Untergang erinnert (03.06.18).


Für Johnnie stehen auf dem speziellen Hundedeck ein originaler Hydrant und Laternenpfahl aus London für die Gassi-Runde bereit.


Sowie Johnnie durch die insgesamt 10 mitreisenden Hunden, darunter zwei weitere Golden Retriever, die Zeit an Bord bei der Atlantik-Überquerung nie langweilig wurde, ...


... verging auch für uns die Zeit in sehr netter Gesellschaft zweier deutscher Paare von unserem Tisch im Restaurant "Britania" sehr schnell.


Bei Sonnenaufgang laufen wir, vorbei an der Freiheitsstatue ...


... und Blick auf die Skyline, in New York ein.



Von unserem Hotel "Pennsylvania" aus im Zentrum von Manhattan schauen wir uns einige der Sehenswürdigkeiten von New York an (10.06. bis 14.06.18).


Wir beginnen unseren Rundgang auf der "High Line", einer auf einer stillgelegten Hochbahnstrecke angelegten Flaniermeile mitten im Großstadtdschungel.


Am Ground Zero stürzt an der Stelle, wo bis zum 11.09.2001 die Zwillingstürme des World Trade Centers standen, Wasser in die Tiefe; auf den Rändern des Nord- und Südbeckens sind die Namen der 2.983 Opfer eingraviert.


Im Viertel South of Houston (SoHo) befinden sich noch einige von 1860 bis 1890 entstandene Geschäfts- und Lagerhäuser aus Gusseisen.


Der 1902 als Stahlkonstruktion errichtete Wolkenkratzer "Flatiron" ("Bügeleisen" wegen der Form) ist 87 m hoch und an der Kreuzung von Broadway und 5th Avenue nur 2 m breit.


Der Times Square ist geprägt von Lichtreklamen.


An dem von Yoko Ono gestalteten und 1985 eröffneten Bereich "Strawberry Fields" im Central Park wird des hier in der Nähe am 08.12.1980 erschossenen Beatles John Lennon gedacht; wir erinnern uns an unsere Jugend mit den Songs der Beatles.


Herrn Trump haben wir aufgrund seiner Dienstreise nach Singapur nicht angetroffen (12.06.18).


Das 1930/31 (in nur 1 Jahr und 45 Tagen) errichtete Empire State Building war mit 381 m bis 1972 das höchste Gebäude der Welt. Bevor wir in die 102. Etage, dem sog. Observatorium fahren, ...


... genießen wir auf der offenen Aussichtsplattform in der 86. Etage u.a. den Blick über Manhattan Richtung Süden bis zum World Trade Center und der Freiheitsstatue.


Die seit 1886 auf einer Insel im New Yorker Hafen stehende (46 m hohe) Statue of Liberty schauen wir uns natürlich auch aus der Nähe an.


Nach der Übernahme des Mietwagens in New York quälen wir uns fast eine Stunde (für ca. 5 km) durch das Zentrum von Manhattan und verlassen die Stadt über den 2,5 km langen, 1938 fertiggestellten Lincoln-Tunnel unter dem Hudson-River nach Jersey-City. Endlich wieder im Grünen stoppen wir auf einem der schönen Rastplätze, bevor wir am Nachmittag im Hotel "Red Roof" in Baltimore ankommen (14.06.18).


Am Morgen geben wir den Mietwagen zurück und fahren mit einem Taxi zum Hafen von Baltimore. Nach der Erledigung der ersten Formalitäten bei dem zuständigen Spediteur (Pride) bestellen wir einen Escort-Service, ohne den ein Befahren/-treten des Hafens nicht erlaubt ist. Dank der netten Mitarbeiterin von der Fa. American Ship Service können wir die restlichen Formaltäten sehr schnell erledigen und fahren nach ca, 1/2 Stunde ohne Zollkontrolle und technische Überprüfung des Fahrzeuges aus dem Hafen.
Da die Verschiffung und Einreise (theoretisch) nur mit leeren Gasflaschen, max. 1/4 Tankfüllung und ohne Lebensmittel erlaubt ist, hieß es nun alles auffüllen. Auf einem schönen Campingplatz zwischen Baltimore und Washington füllen wir schließlich Wasser auf, räumen die Koffer aus- bzw. von Luxus (der Queen Mary 2) auf Camping um und genießen die erste Nacht wieder im Wohnmobil und der Natur (15.06.18).


In Washington gehört natürlich der Besuch des 1800 erbauten Weißen Hauses dazu, aber besonders weit heran läßt uns Herr Trump nicht an den Regierungssitz des Präsidenten.


Am schön angelegtem Tioga-Hammond-Stausee sortieren wir die Papiere, schaffen Ordnung im Wohnmobil und genießen nach den Großstädten der ersten Woche die Weite der Landschaft (16./17.06.18).


Bevor wir die USA in Richtung Canada verlassen, schauen wir uns die auf der Grenze liegenden Niagara-Fälle an. Hier stürzt der den Erie- und Ontariosee verbindende Niagara-Fluß 57 m in die Tiefe  (18.06.18).



Von der kanadischen Seite ergibt sich ein schöner Blick über alle Teile der Niagara-Fälle.


Bei Alban übernachten wir bei einer netten Familie direkt an einem kleinen See (19.06.18).
Am Nordkanal, der den Lake Huron und den Lake Superior verbindet, schauen wir bei der Fahrt eines US-amerikanischen Ausflugbootes durch eine der Schleusen zu. Über die in der Mitte des Nordkanals verlaufende Grenze zwischen den USA und Canada führt eine Straßenbrücke.
Etwas weiter nördlich stehen wir über Nacht am Lake Trout (Forellen-See), dessen namensgebenden Fisch wir natürlich frisch geräuchert probieren (20.06.18).


An der Agawa-Bay genießen wir den Blick auf den Superior-Lake (Oberer See) von einem Stellplatz direkt am Strand. Er ist der flächenmäßig größte Süßwassersee der Welt; in ihm befinden sich 10 % der Süßwasservorkommen (21.06.18).


Nicht weit entfernt befinden sich am Agawa-Rock indianische Felszeichnungen.


Am Vormittag wandern wir nach einer Übernachtung in Marathon (22.06.18) zu dem 100 m tiefen und 150 m breiten Quimet Canyon mit einer Felsnadel, die Indianer-Kopf genannt wird..


Nach einer (wegen unzähliger Mücken) schlaflosen Nacht in Thunder Bay (23.06.18) verlassen wir nach mehreren Tagen den Oberen See und fahren auf dem Trans-Canada-Highway nach Westen. Nur etwa 30 km weiter erreichen wir die beeindruckenden ca. 40 m hohen Kakabeka-Wasserfälle. Kurz vor Dryden verbringen wir den Rest des Tages und die Nacht (24.06.18).


Die Landschaft zwischen Thunder Bay und Winnipeg erinnert sehr an Skandinavien, insbesondere an die finnischen Seen, einige Ortsnamen, wie Upsala und Finmark, unterstreichen dies. Westlich von der Großstadt Winnipeg (25.06.18) verschwinden die Seen und es liegen ca. 1.400 km dünn besiedelte Prärie vor uns. In der endlosen Graslandschaft stoppen wir in Indian Head (Bild), ...


... Regina (Bild unten: Wascana-Park & Legislative Building/26.06.18) und bei Maple Creek (27.06.18). Kurz davor schlägt ein von einem Truck hochgeschleuderter Stein in unsere Windschutzscheibe ein und erzeugt einen riesigen Sprung; hoffentlich hält das Glas bis zu einer möglich Reparatur durch.

Anm.: Canada ist extrem dünn besiedelt; auf einer Fläche, die etwa 28x größer als Deutschland ist, leben nur ca. 36 Millionen Menschen.


Vorbei an der Skyline der modernen ca. 1,2 Millionen Einwohner zählenden Stadt Calgary erreichen wir das Olympiagelände von 1988 (28.06.18).


Westlich von Calgary erblicken wir erstmals die Rocky Mountains und unternehmen zunächst in Banff und dem gleichnamigen Nationalpark zahlreiche Wanderungen und Ausflüge, wie z.B. entlang des Bow-Rivers. Nahe des „Fairmont Banff Springs“, einem der teuersten Hotels der Welt (990 $/DZ pro Nacht), erholen wir uns in einem Thermalbad. Am Morgen der 1. Nacht auf einem Parkplatz mit toller Aussicht werden wir von der Polizei ernsthaft verwarnt und darauf hingewiesen, dass das „wilde Campen“ in allen Nationalparks Canadas verboten ist und mit hohen Strafen geahndet wird. So verbringen wir die 2. Nacht auf einem einfachen Campingplatz in Banff (29./30.06.18).


Auf halber Strecke (auf der parallel zum Trans-Canada-Highway verlaufenden Bow-Valley-Road 1a) zwischen Banff und dem Wintersportort Lake Luise wandern wir durch den Johnston-Canyon zum unteren und oberen Wasserfall.


Das Wasser des Lake Luise (Bild) und des Lake Moraine verblüffen (leider bei schlechtem regnerischen Wetter) durch ihre intensive blaue Farbe (01.07.18).


Auch von dem gegenüber liegenden Skigebiet von Lake Luise bietet sich (nach einer Fahrt mit dem Sessellift) ein traumhafter Blick auf den blauen See.


Am Athabasca-Gletscher des 300 qkm großen Columbia-Icefields verbringen wir die Nacht in über 2.000 m Höhe bei 3 Grad und Schneesturm (02.07.18).


Vorbei an mehreren beeindruckenden Wasserfällen, wie dem Sunwapta-Falls (Bild), und schönen Seen wechseln wir vom Banff-NP in den Jasper-Nationalpark und den Mt. Robson-Nationalpark.


Mit Blick auf den namensgebenden Berg Mt. Robson, der mit 3.954 m der höchste Berg Kanadas ist, verbringen wir den Rest des Tages und die Nacht (03.07.18).


In der nächsten größeren Stadt Prince George füllen wir endlich wieder einmal unsere Vorräte auf.
Auf der Weiterfahrt von unserem Übernachtungsplatz am Fort Fraser Lake (04.07.18) nach Dawson Creek betelt ein junger Kojote auf dem Highway um Nahrung.


In Dawson Creek beginnt am Punkt "Mile Zero" (Meile Null) das Abenteuer auf dem 1.422 Meilen (2.288 km) langen von 1942 bis 1944 gebauten Alaska-Highway. Etwas weiter in Fort John blicken wir von unserem Platz auf den Peace River, der bis zum Bau des Highways der Haupttransportweg war (05.07.18).


Aufgrund der riesigen Entfernungen ist unser erster Stopp auf dem Alaska-Highway erst nach fast 500 km im Ort Fort Nelson. Hier werden in einem Museum Maschinen und Fahrzeuge gezeigt, die beim Bau des Highways zum Einsatz kamen (06.07.18).


Bei der Trassenführung wurde versucht, die Eingriffe in die Natur auf ein Minimum zu beschränken und die Schönheiten der Natur, wie den Muncho Lake bei Meile 463 (Bild), für den Tourismus zu erschließen. Personen, die sich dabei besonders engagiert haben, werden an ausgewählten Plätzen gewürdigt.


Entlang des Highways sehen wir zahlreiche wilde Tiere dieser Region aus nächster Nähe, wie Schwarzbären …


… und Bison-Bullen.


Beim Erreichen des Ortes Watson Lake liegen weit über 500 erlebnisreiche Kilometer hinter uns. Hier sollte der Soldat Lindley nur einen Wegweiser reparieren, entstanden ist der Sign Forest, eine Schildersammlung aus aller Welt mit über 100.000 Schildern. Jetzt auch von uns aus Oelsa! (07.07.18).


Wir sind froh, dass wir die die Frontscheibe von mey-hus noch nicht gewechselt haben, denn in den letzten Tagen kamen 2 weitere häftige Einschläge dazu. Die Ausbreitung der Risse konnte verhindert werden und dicht ist die Scheibe auch noch. Auf den relativ schmalen Straßen fahren die Riesen-Trucks genau so schnell, wie auf den 4-spurigen Highways (d.h. > 100 km/h) und ein Ausweichen ist kaum möglich. Da wir feststellten, dass die meisten Autos hier mit kaputten Scheiben herumfahren und die Risse uns (noch nicht) ernsthaft behindern, fahren wir erst einmal damit weiter.
 
In Teslin überquert der Alaska-Highway auf einer imposanten Brücke die Nisutlin-Bucht.


In Whitehorse erreichen wir den Yukon, auf dem Ende des 19. Jahrhunderts die Goldgräber mit dem Schiff (oder Hundeschlitten) in das Klondike-Gebiet aufbrachen und ihr Glück mit dem Gold suchten (08.07.18).


Kurz hinter Whitehorse ändern wir unsere Route und wechseln von dem Alaska-Highway auf den Klondike-Highway, um statt nach Fairbanks entlang des Yukon nach Dawson zu fahren. Hier am nördlichsten Punkt unserer Reise legen wir nach den meist über 500 km langen Etappen der letzten Tage einen Ruhetag ein.
Die erste Nacht verbringen wir auf dem Midnight Dome, einem etwa 500 m über der Stadt liegenden Berg, von dem sich bei Mitternachtssonne (so weit nördlich geht die Sonne im Sommer nicht mehr unter) ein traumhafter Blick über die Stadt und auf den Yukon bietet (09.07.18).


Durch die teilweise erhaltenen Häuser aus der Goldrauschzeit fühlen wir uns um fast 120 Jahre zurückversetzt, nur stehen heute Autos statt Pferden vor den Häusern (10.07.18).


Natürlich besuchen wir am Abend auch einen aus der Goldrauschzeit erhaltenen bzw. rekonstruierten Saloon im Downtown Hotel, der Heimat des SourToe-Cocktails.

Anm.: Gegen eine Gebühr von 5 $ wird der „Trinker“ zunächst in einem uralten Buch als Mitglied registriert, danach erhält er die Instruktionen zum Trinken des Cocktails. In einen mitzubringenden 40%-igen Whisky wird eine echte dehydrierte menschliche Fußzehe gelegt, dann darf getrunken werden. Wer das schafft, erhält eine Urkunde. Die Zehe wird anschließend gereinigt und der nächste „Trinker“ bekommt sie wieder in sein Glas. Wer sie verschluckt, zahlt 2.500 $ Strafe. Nachschub kommt durch freiwillige Spenden (http://downtownhotel.ca/sourtoe-cocktail/).

Mit einer kostenlosen Fähre über den Yukon gelangen wir auf die über 280 km lange, meist über 1.000 m (üb. NN) verlaufende und größtenteils unbefestigte Straße „Top of the World“. Auf ihr überqueren wir auch wieder die Grenze zwischen Kanada (Bundesstaat Yukon) und den USA (Bundesstaat Alaska).


Anm.: Hätte der russische Zar Alexander II nicht im Jahr 1867 dieses Gebiet an die USA für 7,2 Millionen Dollar verkauft, wären wir jetzt wieder einmal in Russland.

In Tetlin Junction stoßen wir wieder auf den in Whitehorse verlassenen Alaska Highway, der nach 1.422 Meilen etwas weiter nördlich in Delta Junction endet. An einem schönen See verbringen wir die Nacht in der Nachbarschaft eines hier lebenden Biberpaares (11.07.18).

Mit Blick auf die Berge des Wrangell-St. Elias-Nationalparks geht es ab jetzt Richtung Süden. In der Nähe des Ortes Beaver Creek (Biber-Bach) reisen wir erneut nach Kanada (Bundesstaat Yukon) ein. Etwas weiter beginnt der riesige Kluane-Nationalpark, von dessen namensgebendem See blicken wir auf die fast 6.000 m hohen Berge der St. Elias Mountains (höchster Berg ist der Mt. Logan mit 5.951 m) (12.07.18).


Bei der Fahrt durch die atemberaubende Landschaft des Kluane-Nationalparks …


… übersehen wir fast direkt am Straßenrand einen Grizzlybären und einen Wolf in „trauter Zweisamkeit“.


Wieder zurück in Whitehorse schauen wir uns diesmal noch den den Miles-Canyon an, der zur Goldrauschzeit so manchem Schiff samt seiner Besatzung und Passagiere zum Verhängnis wurde.


Etwas weiter verlassen wir wieder den Alaska-Highway und fahren auf dem südlichen Klondike-Highway parallel zur Eisenbahn Richtung White-Pass. Der an der Strecke liegende Emerald-Lake beeindruckt mit seinem türkisfarbenen Wasser.


Am Tutshi-Lake genießen wir den zunächst letzten Tag in Yukon und damit Kanada (13.07.18), …


… bevor es gemeinsam mit der Bahn über den knapp 1.000 m hohen White-Pass wieder nach Alaska und die USA geht. Die Eisenbahnstrecke wurde kurz vor dem Eintreffen der ersten Goldsucher fertiggestellt.


Wer damals nicht mit der Bahn fuhr, musste das Gebirge auf dem von Byea ausgehenden Chilkoot-Trail überwinden, wir wandern nur ein kurzes Stück auf ihm (14.07.18).


Zunächst blicken wir von einem Hügel auf die Hafenstadt Skagway, ...


... dann laufen wir durch deren Straßen mit den vielen schönen rekonstruierten Häusern aus der Zeit um 1900. Auch hier gehört der Besuch eines typischen Saloons dazu (15.07.18).


Von Skagway aus gönnen wir mey-hus 5 Tage Pause und fahren mit der Fähre, die wir bereits Monate im voraus auf den Tag genau gebucht hatten, durch die Fjord-Landschaft der nordamerikanischen Westküste bis Bellingham (USA) bei Vancouver (Kanada).
Zunächst geht die Fahrt mit der MV Columbia auf der sog. Inside-Passagen nach Haines und durch die teilweise sehr engen Fjorde nach Juneau (16.07.18).


Obwohl wir den ganzen Tag Ausschau nach Walen halten, bekommen wir sie erst zum Sonnenuntergang zu sehen; gegen Mitternacht legen wir in Petersburg an (17.07.18).


Von Wrangel, wo wir am frühen Morgen nur kurz stoppen, brechen wir zum letzten Ort in Alaska auf – Ketchikan. Da die Fähre hier fast 5 Stunden im Hafen liegt, laufen wir mit Johnnie in die hübsche Kleinstadt und schauen uns u.a. die schönen alten Häuser in der Creek Street an (18.07.18).


Der letzte Abschnitt entlang der kanadischen Westküste erfolgte ohne Stopp von Ketchikan bis Bellingham, wo wir am Morgen des 5. Tages eintreffen (19.07.18).

Anm.: Johnnie durfte während der gesamten Passage nicht auf das Passagierdeck und musste im Wohnmobil bleiben. Neben der Spaziergänge in den Häfen wurde das Fahrzeugdeck 4x am Tag eine Viertelstunde für den Besuch der Hunde und Gassigehen während der Fahrt geöffnet (2.15/8.15/14.15/20.15 Uhr).

Von Bellingham aus überqueren wir ein letztes mal die Grenze nach Kanada und wagen nördlich von Vancouver den Gang über die seit 1889 existierende Seilbrücke. Sie überspannt freischwingend in 70 m Höhe mit einer Länge von 136 m den Capilano-Canyon. Westlich von Vancouver verbringen wir (im Besitz einer Urkunde für die Querung der Seilbrücke) den Abend in einer hübschen kleinen Bucht am Meer (20.07.18).


Von Vancouver genießen wir die Fahrt auf dem Sea-to-Sky-Highway zunächst entlang der Horseshoe Bay bis nach Whistler, wo 2010 die olympischen Winterspiele stattfanden. Das Gebiet rund um die Stadt hat sich zum größten alpinen Skiareal Nordamerikas entwickelt.


Etwas weiter schauen wir von unserem Stellplatz über den Joffre-Lake auf die Whistler-Mountains (21.07.18).


In Lilloet im Goldgräberland verlassen wir die Traumstraße und wenden uns nun wieder Richtung Süden entlang des Fraser-River. Zu ihm gleiten wir bei Boston Bar mit der Hell's Gate Airtram auf einer Länge von 341 m hinunter. Der Fraser-River zwängt sich hier durch eine nur 35 m breite Passage.


Durch den Lärm auf dem Highway und die deutlich höheren Temperaturen im Flachland finden wir auf dem ausgewiesenen kostenlosen Stellplatz kurz vor der Grenze nur wenig Schlaf (22.07.18).

Zum 4. und letzten Mal überschreiten wir nun die Grenze zu den USA und stürzen uns kurze Zeit später in das Verkehrschaos der fast 4 Millionen Einwohner zählenden Großstadt Seattle.

Hier finden wir nach unzähligen Versuchen einen Händler, der uns 2 neue Reifen in dem erforderlichen (europäischen) Format liefern kann. (Bei der Einreise in die USA war nur ein Reserverad erlaubt.) Da die neuen Reifen allerdings erst bestellt werden müssen und erst am späten Donnerstagnachmittag geliefert werden können, lassen wir sie an eine verbundene Werkstatt an unserer Route bringen (Missoula).

Von Seattle aus überqueren wir bei der Fahrt Richtung Osten das Kaskadengebirge und finden auf der anderen Seite ein Dorf komplett im bayrischen Stil vor – Leavenworth. Als Mitte des 20. Jahrhunderts die Eisenbahn von dem Ort weg verlegt wurde, drohte dieser zu einer Geisterstadt zu werden. Anfang der 1960-iger Jahre gestalteten die verbliebenen 2.000 Einwohner den Ort in den Bergen in ein bayrisches Dorf um, mit allem was dazugehört: Biergärten mit bayrischem Bier und Essen, Trachten, Maibaum, Oktoberfest u.a. Heute besuchen rund 2 Millionen Touristen pro Jahr den Ort, wir blieben auch und genossen das überraschend gute Bier und Essen (23./24.07.18).


Gut erholt und gestärkt geht es nach Spokane, wo wir von unserem Platz in Post Falls ein kühles Bad im See nehmen (25.07.18).

Über den Lookout-Pass (1.300 m) erreichen wir Missoula, wo pünktlich zum vereinbarten Termin unsere beiden neuen Reifen in einer Werkstatt eingetroffen sind und einer davon als neues Reserverad aufgezogen wird.
Anm.: Einen großen Dank den netten Mitarbeitern von Les Schwab.


Den Abend verbringen wir, glücklich, dass alles so gut geklappt hat, an den Resten einer durch Brand eingestürzten Brücke am Clark Fork River (26.07.18).


Bevor wir in den Yellowstone-Nationalpark hineinfahren, übernachten wir noch einmal kurz vorher auf dem Carbella-Rastplatz am Yellowstone-River bei Gardiner (27.07.18).

Nach Gardiner passieren wir den Roosevelt-Bogen, der an die Gründung des Parks als erster Nationalpark der Welt im Jahr 1872 erinnert.


Innerhalb des Parks darf nur auf Campingplätzen (sehr teuer) oder Stellplätzen übernachtet werden. Hier gilt die Regel „Wer zuerst kommt, mahlt zu erst!“, denn die Plätze sind sehr begrenzt und Reservierungen (nur für die Campingplätze) in Ausnahmefällen möglich. Wer am Abend keinen Platz gefunden hat, muss den Nationalpark über einen der 5 Eingänge wieder verlassen. Die Stellplätze sind sehr einfach und nur mit Toiletten und Wasserstellen ausgerüstet. Auf den einzelnen Standplätzen befinden sich jeweils ein Tisch mit Bänken, eine Feuerstelle und eine Stahlbox zum Verstauen der Lebensmittel, um keine der zahlreichen in der Nähe lebenden Bären anzulocken. Im ersten Ort im Norden des Parks, in Mammoth Hot Springs, haben wir Glück und bekommen einen von noch 5 freien Plätzen (28.07.18).


In dem Ort befinden sich neben den alten Gebäuden der ersten Park-Ranger auch die Sinterterrassen der heißen Quellen.


Da wir nur in Norris noch einen von 2 Plätzen ergattern, wandern wir hier durch das hiesige Geysir-Becken und bewundern die Vielfalt der Farben und Formen der an die Oberfläche kommenden Wässer (29.07.18)


Weiter östlich bei Canyon Village stürzt der Yellowstone River über mehrere Wasserfälle in den Grand Canyon des Nationalparks. Wir wandern zu dem Lower Fall, wo der Wasserfall eine Höhe von 94 m hat.


Der 400 m tiefe und 1.300 m lange Canyon mit dem Lower Falls ist besonders beeindruckend von dem Artist-Point.


Im Gebiet von West Thumb, dass wir nach einer Übernachtung (30.07.18) am Yellowstone Lake besuchen, sind neben den Farben die Tiefe der Öffnungen der Geysire beeindruckend.


Der Geysir von Old Faithful ist mit seiner bis zu 50 m hohen Wasserfontäne einer der größten seiner Art auf der Welt.


Kaum haben wir den Yellowstone-Nationalpark verlassen, blicken wir von unserem Stellplatz auf die Berge des Grand Teton Nationalparks (31.07.18); höchster Berg ist der Grand Teton mit 4.198 m.


Im Bereich des Bear Lake finden wir leider keinen freien Platz, aber im Ort Paris eine Kirche der Mormonen, die 1.400 Menschen Platz bietet, obwohl der Ort nur ca. 500 Einwohner hat.


Nach einer ruhigen Nacht an einem Bach in den Beaver Mountains (01.08.18) sind wir gut erholt für die Hauptstadt von Utah – Salt Lake City.
Neben dem Tempel-Platz der Mormonen, die in der Stadt etwa 50 % der Einwohner ausmachen, besuchen wir auch das Capitol des Bundesstaates Utah.


Da wir uns auch die Olympiastätten von 2002 anschauen wollen, fahren wir noch bis zu einem Walmart bei Park City (02.08.18).

Anm.: Der Begründer der Walmart-Kette, Sam Walton, war trotz seines Milliardenvermögens ein sehr einfacher Mensch geblieben. So hat er seine Urlaube mit dem Wohnmobil verbracht und deshalb in seinem Testament verfügt, dass die Parkplätze seiner Einkaufsmärkte allseits allen Campern mit Wohnmobilen für Übernachtungen zur Verfügung stehen.

Natürlich bedanken wir uns am Morgen mit einem Einkauf bei Walmart, anschließend besichtigen wir die Sportstätten. Im Gegensatz zu vielen anderen olympischen Stätten werden diese optimal genutzt, auch im Sommer.


Nach der Bewältigung einer ca. 400 km Etappe durch die Prärie und Wüste freuen wir uns am Abend über einen ruhigen Platz am Colorado-River kurz hinter Cisco (03.08.18).

Entlang des Colorado geht es nun durch eine traumhafte Landschaft bis Moab und von dort in den Canyonland-Nationalpark, der überwältigende Ausblicke auf die von zahlreichen Canyons durchzogene Landschaft bietet.


Auf der anderen Seite des Tals bzw. der Bundesstraße 191 liegt gleich der nächste Nationalpark, der Arches-NP mit über 200 Sandsteinbögen. Der berühmteste ist der Delicate Arch.


Umgeben von bizarren Felsformationen des Devils Garden verbringen wir den Rest des Tages im Nationalpark (04.08.18).

Durch eine ständig wechselnde Landschaft erreichen wir am Nachmittag das Monument-Valley mit seinen gewaltigen Felsgebilden (05.08.18).


Auf der Fahrt zum Grand Canyon lernen wir in mehreren kleinen Orten die andere Seite der USA kennen, verarmte Indianerfamilien in heruntergekommenen Häusern, aber mit vielen Kindern. Auch die Tankstellen funktionieren nur teilweise und die Mitarbeiter sind sehr unfreundlich.
Die Zufahrten zu diversen Ausblicken in den Canyon des kleinen Colorado sind von Indianern blockiert und werden nur nach Zahlung einer „Spende“ freigegeben!

So sind wir froh, als wir am Nachmittag den Nationalpark „Grand Canyon“ erreichen und unsere für ein Jahr gültige Eintrittskarte (für alle Nationalparks der USA) wieder nutzen können.Wir beginnen unsere zweitägige Tour am Dessert-View und beenden sie am South Rim Trail. Leider wird der Blick in den bis zu 1.200 m tiefen und 450 km langen Canyon am Morgen durch einen großen Waldbrand auf der Nordseite beeinträchtigt (06.08.18).


So brechen wir eher als geplant vom Grand Canyon wieder nach Westen auf. Einen Teil der Strecke bis ins Mohave-Tal wollen wir auf der legendären Route 66 zurücklegen. Obwohl bereits ab Seligman die Straße als „Historische Route 66“ gekennzeichnet ist, entspricht sie nicht dem Orginalverlauf und Zustand. Erst ab Kingman über die Goldgräberstadt Oatman bis ins Mohave-Tal ist die Straße noch so schmal, kurvenreich und wenig gesichert, wie zur Eröffnung der 3.945 km langen Straße von Chicago nach Santa Monica/LA im Jahr 1926.
Bei 40 Grad verbringen wir die Nacht in Bullhead im Mohave-Tal (07.08.18).


Bei der Durchquerung (etwa 100 km) der Mohave Wüste (Mojave Desert) schonen wir bei fast 50 Grad (im Schatten) den Motor von mey-hus und fahren statt der erlaubten ca. 120 km/h nur 90 km/h. So erreichen wir ohne Probleme den 170 km langen Lake Meat, ohne den Las Vegas mit seinen Pools und Wasserfontänen nicht existieren könnte. Mit 380 m Länge, 221 m Höhe und bis zu 183 m Dicke ist der von 1931 bis 1935 erbaute Hoover Dam stark genug, den Colorado River zu dem gewaltigen Stausee aufzustauen. Allerdings ist der Pegel des Stausees in den letzten 15 Jahren aufgrund der Trockenheit um mehr als 30 m gesunken. Am Nachmittag nehmen wir ein Bad im Stausee, dass bei ca. 30 Grad Wasser- und 42 Grad Lufttemperatur keine wirkliche Abkühlung darstellt (08.08.18).


In Las Vegas, der größten Stadt Nevadas (614.000 Einwohner) finden wir direkt im Zentrum einen Stellplatz (mit Strom für die Klimaanlage!) neben dem Hotel Circus-Circus, von wo aus wir am späten Abend einen Ausflug in die Glitzerwelt der Spielcasinos, Vergnügungsstätten, Showpaläste und Luxushotels unternehmen (09.08.18)


Den Red Rock Canyon, der unmittelbar vor den Toren von Las Vegas liegt, durchfahren wir auf der extra angelegten ca. 20 km langen Panoramastraße.


Mit einem vollen Treibstofftank und ausreichend Wasservorräten wagen wir anschließend die ca. 200 km lange Fahrt durch das Death Valley, das Tal des Todes. Mit seinen fast 60 Grad im Schatten ist es einer der lebensfeindlichsten Regionen auf der Erde. Da unser Wohnmobil, wie die meisten Autos, nicht für solche äußeren Bedingungen gebaut wurde, geht die Durchquerung nicht ohne Probleme. Erschwerend kommt hinzu, dass die Straße 2x hinab führt auf – 64 m unter den Meeresspiegel und anschließend jeweils mit mehr als 10 % Steigung wieder ansteigt auf etwa 1.500 m üb. NN. Eine Überhitzung des Motors konnten wir nur vermeiden, indem wir die eigentlich wichtige Klimaanlage ausschalteten und dafür die Heizung auf höchster Stufe zur zusätzlichen Ableitung der Motorwärme nutzten. Da die Stromversorgung des am Ausgang des Death Valley geplanten Stellplatzes defekt war, mussten wir bis zu einem anderen, weitere 150 km entfernten, Platz in Big Pine mit Steckdosen (für die Betreibung der Klimaanlage) fahren (10.08.18).


Nach dieser Quälerei für Mensch und Maschine schauen wir uns am Folgetag nur den Mammoth-Lake-Nationalpark an und erholen uns in Lee Vinning am Lake Mono; wir hoffen, am nächsten Tag trotz der aktuellen Waldbrände den Yosemite-Nationalpark besichtigen zu können (11.08.18).


Die Hoffnung erfüllt sich nur zum Teil, denn wir dürfen den Nationalpark (aufgrund der Regenfälle der letzten Nacht) von Osten nach Westen durchqueren. Das Herzstück, das Yosemite-Valley, bleibt aber weiter gesperrt. Als wir bei der Fahrt auf der Panorama-Straße noch die schwelenden Brandstellen sehen, haben wir volles Verständnis für die Entscheidung der Parkverwaltung und sind dankbar, überhaupt den Park besuchen zu dürfen.


So haben wir Zeit, einen Abstecher auf den Highway 49 zu unternehmen. Der Name erinnert an die 49-ers, die Männer die sich im Jahr 1849 aufmachten, um hier Gold zu finden und reich zu werden. Die Straße passiert dabei urige Westernstädte, die ein Stück Atmosphäre aus der Goldrauschzeit bewahrt haben, z.B. Columbia; die Einwohner haben daran großen Anteil.


Am nahen New Melones Lake finden wir endlich bei einem Bad die nötige Abkühlung (12.08.18).

Auf Autobahnen erreichen wir schnell San Francisco und wandern durch das Crissy-Field an der San Pablo Bucht, einem renaturierten Militärflughafen, zur Golden Gate Bridge. Zu ihrer Eröffnung im Jahr 1937 war sie mit einer Spannweite von 1281 m die längste freitragende Brücke der Welt. Nach dem wir mit mey-hus über die „Red Lady in Steel“ auf die andere Seite nach Sausalito gefahren sind, verbringen wir den Rest des Tages neben ihr, leider ohne die in Wolken gehüllten 227 m hohen Pfeiler zu sehen (13.08.18).


Neben verschiedener anderer Sehenswürdigkeiten bewundern wir natürlich die ausgefallene Technik der Cable Cars. Um die bis zu 20%-igen Steigungen der Straßen bewältigen zu können, werden die Straßenbahnwagen von unter der Straße verlaufenden Stahlseilen (ähnlich einer Seilbahn) gezogen; bei normalen motorbetriebenen Wagen würden die Räder bei derartigen Steigungen durchdrehen.


Im Anschluss an die Besichtigung alter Kriegsschiffe und eine Fischmahlzeit im Hafen, beobachten wir die auf den Docks lebende Kolonie von bis zu 900 Seelöwen.


Dem Stress der Großstadt entgehen wir auf einem Platz auf der Steilküste neben dem uns nach Los Angeles bringenden Highway Nr. 1 (14.08.18).

Von dieser berühmten bergigen und kurvenreichen Straße bieten sich hinter jeder Kurve neue fantastische Ausblicke.


In einer der zahlreichen schönen Buchten haben wir das Glück, eine Kolonie von Seeelefanten beobachten zu können.


In dem Urlauberort Pismo-Beach nutzen wir seit längerer Zeit wieder einmal die Einrichtungen eines Campingplatzes, um mit dem Netzstrom die Akkus aller Geräte zu laden und das Wohnmobil einer Grundreinigung im Inneren zu unterziehen (15.08.18).

Auch die letzten Kilometer nach Los Angeles legen wir,
mit einem Stopp an der Beach der Universitätsstadt Santa Barbara (16.08.18),
auf dem Highway Nr. 1 entlang der Küste zurück. Die „Stadt“ LA ist ein Ballungszentrum von fast 100 (Vor-) Orten mit zusammen über 4 Millionen Einwohnern. Natürlich gehört ein Besuch von Hollywood dazu u.a. mit dem 2 km langen „Walk of Fame“, auf dem seit 1958 mehr als 2.400 Stars einen Stern aus Bronze in den Terrazzoplatten erhalten haben.


Im „Stadtteil“ Long Beach haben wir ein Wiedersehen mit der Queen Mary, allerdings nicht mit der QM 2, die uns nach Amerika brachte, sondern mit der im Dezember 1967 außer Dienst gestellten. Sie ist heute ein Hotel. Da auf den öffentlichen Plätzen in Long Beach (nur für das Parken) über Nacht 56 $ verlangt werden, stellen wir uns auf den Parkplatz eines Einkaufszentrums an der Marina (17.08.18).


Nun geht es von der Küste wieder Richtung Osten in die Sonora-Wüste, an deren Rand die Stadt Palm Springs mit ihren Thermalquellen liegt. Hier wählen wir extra einen Platz mit Stromversorgung, um die Temperatur im Wohnmobil mit der Klimaanlage in der Nacht herunterkühlen zu können. Doch ausgerechnet jetzt versagt der in Deutschland gekaufte Trafo zur Umwandlung des hiesigen Stroms mit 110 Volt auf 220 Volt seine Dienste. Leider hilft da auch nicht ein Bad im warmen Pool (18.08.18).


Am nächsten Morgen, nach fast 24 Stunden, meldet sich der Trafo zurück. Nach Recherchen im Internet, Rückfragen bei Freunden und dem Hersteller zu Hause haben wir den Trafo zur Abkühlung geöffnet und (u.a. mit Eisbeuteln aus dem Kühlschrank) gekühlt. Er schaltet sich zur Vermeidung eines Brandes bei über 40 Grad ab und muss zur Wiederinbetriebnahme auf mind. 30 Grad abgekühlt sein (bei Nachttemperatur um die 32 Grad).

In der Hoffnung, dass wir die Abschaltung künftig durch die Verlegung von Kabeln und den Betrieb des Trafos in dem von der Klimaanlage gekühlten Innenraum vermeiden können, fahren wir an den Salton-Lake inmitten der Sonora-Wüste. Er entstand 1905 durch den Bruch eines Kanals, der Wasser vom Colorado in das trockene Wüstental brachte. Das Wasser ergoss sich in die bis zu -72 m unter Meeresniveau liegende Senke und bildete den größten See Kaliforniens. Durch die starke Verdunstung und die Wasserentnahme für die Landwirtschaft nahm der Salzgehalt (z.Z. > 4,4 %) deutlich zu und die meisten touristischen Einrichtungen mussten schließen.


Über die angrenzenden Chocolate Mountains erreichen wir die Kleinstadt Blythe in der Sonora-Wüste und treffen hier erneut auf den Colorado-River. Die Landwirtschaft der Region lebt nur von dem Fluß, der auf beiden Seiten einen ca. 5 km breiten grünen Gürtel bildet. Die wenigen Touristen, die hier stoppen, nutzen den Fluß für eine Abkühlung. Am und im Wasser sind schattenspendende Pilze aufgebaut, die den Aufenthalt erträglich gestalten (19.08.18).


Weitere 250 km östlich liegt die moderne Stadt Phoenix/Arizona, um die wir allerdings einen Bogen schlagen. Bei Buckeye gönnen wir uns und der Technik eine Pause auf einem riesigen Campingplatz mitten in der Wüste, aber mit Pool (20.08.18).


Südlich von Phoenix bestaunen wir in Casa Grande die 10 m hohe Lehmruine eines der rätselhaftesten Bauwerke der präkolumbianisch-amerikanischen Geschichte (um 1350 erb.). Es ist bisher nicht bekannt, ob das vierstöckige „Große Haus“ den Hohokam-Indianern als Burg, Tempel oder Wohngebäude diente; evtl. handelt es sich wegen der Fensteranordnung um einen Kalender für den Ackerbau.


Etwas weiter südlich biegen wir bei Tucson in den westlichen Teil des Saguaro-Nationalparks ab und bestaunen den bis zu 15 m hoch wachsenden Saguaro-Kaktus – den König der Wüste. Von unserem Platz inmitten des Parks gewährt eine (temperaturbedingt) kurze Wanderung Einblicke in die vielfältige Pflanzenwelt und weite Blicke über das Tal (21.08.18).


Unser letzter Besuch in den USA bzw. Nordamerika gilt am Morgen der Kirche San Xavier del Bac, die 1797 von den missionierten Tohono O'Odham Indianern erbaut wurde und über eindrucksvolle Wandmalereien verfügt.


Bei Nogales, wo wir noch eine Kfz-Versicherung für Mexiko abschließen, unsere letzten Dollar in Peso umtauschen und den Tank mit preiswertem Diesel füllen, verlassen wir endgültig die USA, ohne jegliche Kontrolle. Auch die in den Visa auf 90 Tage begrenzten Aufenthaltsgenehmigungen wurden nicht überprüft.

Anm.: Wir haben mit den USA und Kanada 2 Länder kennengelernt, wo die Menschen Fremden gegenüber sehr aufgeschlossen, freundlich und hilfsbereit sind. Sie sind stolz auf ihre Länder und ihre Geschichte, aber auch sehr konservativ (z.B. alte Maßeinheiten wie Meilen und Gallonen). Unter ihnen gibt es so viele „verrückte Typen“, dass es fast schon wieder normal ist.

Fortsetzung in Amerika, Teil 2: Mittel- und Südamerika